Warum Annex 1 Transportstudien vorschreibt

Stopfenüberwachung in Transportstudien: Erfüllung der neuen Anforderungen gemäss Annex 1

Lange Zeit haben wir die Dichtigkeit von Behältern hauptsächlich in kontrollierten Umgebungen überprüft. Mit der jüngsten Aktualisierung des Annex 1 der EU-GMP-Richtlinien haben sich die Regeln jedoch geändert. Insbesondere in Kapitel 8.23 wird klargestellt, dass Sie nachweisen müssen, dass Ihre Behälter nicht nur im Regal, sondern während des gesamten Transports bis zum Patienten steril bleiben.

 

Die Vorgabe ist nun klar: Hersteller müssen nachweisen, dass ein Behälter seine mikrobielle Barriere während seines gesamten Lebenszyklus aufrechterhält, einschliesslich der physischen Belastungen während des Transports. Das bedeutet, dass Ihre Daten zur Integrität der Behälterverschlüsse (CCI) nun auch den Transport berücksichtigen müssen, d. h. Druckabfälle in einem Frachtflugzeug, holprige Strassen und Temperaturschwankungen.

Das versteckte Risiko der Kontamination von Fertigspritzen (PFS)

Das Hauptproblem während des Transports ist das Verhalten des Verschlusses, wenn er Druckveränderungen in der Umgebung ausgesetzt ist. Wenn der Aussendruck während des Fluges, in grossen Höhen auf Strassen oder aufgrund von Temperaturänderungen sinkt, verursacht der Innendruck einer Spritze eine Bewegung.

 

Das entscheidende Risiko besteht darin, dass sich der Verschluss aufgrund des niedrigeren Drucks der Umgebung (im Vergleich zum Druck innerhalb der Spritze) aus seiner definierten sterilen Zone bewegen kann. Durch diese Verschiebung können Mikroorganismen die Versiegelung umgehen und in das Produkt gelangen. Sobald das Flugzeug beispielsweise landet und wieder atmosphärischen Druck erreicht, kann sich der Stopfen wieder in seine ursprüngliche Position zurückbewegen. Da der Behälter optisch unverändert erscheint, kann bei herkömmlichen manuellen Stichprobenprüfungen nicht festgestellt werden, dass sich der Stopfen jemals bewegt hat, was eine erhebliche Lücke in Ihrer Kontaminationskontrollstrategie (CCS) hinterlässt.

Ein deterministischer Ansatz: WILCOs Bombing Station und visuelle Inspektion

Um diese Lücke zu schliessen, nutzt WILCO die Bombing Station zur Erzeugung von transportähnlichen Druckbedingungen und eine Kamera zur visuellen Inspektion des Verschlusses. Dieser zweigleisige Ansatz macht Transportstudien von probabilistischen „bestmöglichen Schätzungen” zu deterministischer Wissenschaft.

 

Kontrollierte Belastung durch Bombing: Wir legen die Primärverpackung in eine Druckkammer, um bestimmte Transportprofile zu simulieren, wie beispielsweise die schnellen Dekompressionszyklen in der Luftfracht. Während die WILCO-Bombing Station einen breiten Druckbereich von 0 bis 7 bar abs. abdecken kann, erfordern Transportstudien für empfindliche Komponenten wie Spritzen in der Regel einen viel gezielteren Bereich. Oft reicht ein Bereich von 1 bar ± 500 mbar aus, um die während des Transports auftretenden Umweltveränderungen zu simulieren – ein Bereich, der streng innerhalb der Parameter der Produktionsumgebung bleibt.

Warum dies für Ihre Validierungsstrategie wichtig ist

Mit dem neuen Schwerpunkt der EU-GMP-Annex-1-Vorschriften auf der Validierung von Transport und Versand verlagert sich der Fokus auf Methoden, die klare, quantitative Nachweise liefern. Der mit Bombing + Kamera überwachte Arbeitsablauf zur Bewegung von Stopfen bietet mehrere strategische Vorteile:

  • Quantitative Daten für Annex 1: Er liefert die empirischen Nachweise, die erforderlich sind, um zu belegen, dass „Transport- und Versandanforderungen” keine negativen Auswirkungen auf das CCS haben.
  • Charakterisierung von Stopfen: Er ermöglicht ein tieferes Verständnis dafür, wie sich verschiedene Stopfenbeschichtungen (wie PTFE) oder Silikonisierungsgrade unter spezifischem Druck verhalten.
  • Quantifizierbare Verschiebungsdaten: Mithilfe der kamerabasierten Überwachung können Sie den Abstand der Stopfenbewegung präzise messen. Anstelle einer einfachen Pass/Fail-Bewertung erhalten Sie ein detailliertes Verständnis der Sicherheitsmargen Ihres Verschlusssystems, was während der Verpackungsentwicklung und Qualifizierungsphase von unschätzbarem Wert ist.

Annex 1 hat die Messlatte für unsere Sichtweise auf den „sterilen Weg“ eines Arzneimittels höher gelegt. Transportstudien sind nicht mehr nur ein Randthema, sondern ein wichtiger Bestandteil einer robusten Packmittelentwicklung und des Validierungspakets.

Erhalten Sie weitere Informationen

Bei WILCO sind wir darauf spezialisiert, die Ausrüstung und die analytischen Rahmenbedingungen bereitzustellen, damit Ihre Verpackungen den Anforderungen standhalten. Wenn Sie derzeit Ihre Transportstudienprotokolle überarbeiten, kann unser Team Ihnen dabei helfen, ein Testsystem zu implementieren, das sowohl technisch fundiert ist als auch den neuen regulatorischen Anforderungen vollständig entspricht.

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